Jahresgruppe für Angehörige

Analytische Gruppe für betreuende Angehörige
 
Für pflegende Angehörige und andere Menschen, die in der Betreuung von Mitmenschen aktiv sind; auch zur Vor- oder Nachbereitung einer Betreuungsphase.
 
Die private Betreuung bzw. Pflege von Angehörigen stellt besondere Herausforderungen:
  • die Betreuungssituation hat sich oft ungeplant eingestellt
  • die nötigen Kompetenzen mussten oft sehr kurzfristig erworben werden
  • der Erwartungsdruck, auch die Erwartung an sich selbst, ist oft enorm
  • die persönlich und räumlich enge Beziehung zum / zur bedürftigen Person macht die Aktivitäten oft zusätzlich komplizierter.
 
Eine betreuende Beziehung aufrecht zu erhalten, ist oft einfach lebens-notwendig. Wenn sie gelingt, kann sie auf beiden Seiten als sinnstiftende Lebensfahrung erlebt werden.
 
Die Gruppe wendet sich an Personen, die mit der gegebenen Lebenssituation besser zurechtkommen wollen, sie als Chance nutzen möchten und
  • neue Einsichten über sich selbst und ihre Beziehung zu anderen Menschen gewinnen und
  • eigene „blinde Flecken“ beleuchten wollen
  •  ihr Tun effizienter und entspannter gestalten möchten
    eigene Ressourcen und Freiräume entdecken wollen
    Belastungen (bei sich selbst und bei anderen) als Wegweiser verstehen lernen möchten.
 
Während es in klassischen Supervisionsgruppen um die Reflexion von helfenden Berufen geht, wird hier, in der Analytischen Gruppe für betreuende Angehörige, direkter bei der eigenen Person und den Beziehungsmustern zu anderen angesetzt. Historisch schöpft die in den 1940er Jahren begründete Gruppen(psycho-) analyse aus den Quellen der Tiefenpsychologie und der Soziologie. Daher werden wir mit zwischenmenschlichen Feedbacks und Begegnungen ebenso arbeiten wie mit Träumen, inneren Ressourcen und Widerständen.
 
Die Gruppe ist als kontinuierliche Jahresgruppe angelegt (von Jänner bis Dezember in vierzehntägigem Rhythmus). Sie bildet einen geschützten Raum für die Erforschung unseres Erlebens von uns selbst und von anderen. Im Rahmen der Gruppe spiegeln sich Ecken und Kanten unseres Alltags wider und es tauchen oft überraschende Lösungen auf für Probleme, die uns vielleicht schon lange begleitet haben.
 
Indem wir Nähe- und Distanzverhältnisse besser an unsere wirklichen Bedürfnisse anpassen, erleben wir unseren Alltag mit neuen Augen, lassen wir Zusammenhänge, die zuvor unverbunden schienen, Gestalt gewinnen, üben systemisches Verstehen und optimieren unser Verhalten als autonome, kreative Mitglieder unseres privaten Umfeldes – nicht nur zum Anlassfall der Betreuung bzw. Pflege. Den Begleitumständen entsprechend werden überdies Endlichkeit und Tod zum Thema.
 
Die Gruppen(psycho-)analytische Selbsterfahrung ist eine Entdeckungsreise, die Abenteuergeist und einige Flexibilität erfordert. Sie hilft uns, aus einer Zeit oft mühevoller Anforderungen für uns selbst einen Lebensübergang zu gestalten. Die Gruppen(psycho-)analyse ist international anerkannt und in Österreich als eigenständige psychotherapeutische Methode gesetzlich verankert.
 
Leiter der Gruppe ist Dr. Dr. P. Christian Endler, Mitglied des Österreichischen Arbeitskreises für Gruppentherapie und Gruppendynamik und der London Group Analytic Society sowie Leiter des Interuniversitären Kolleg für Gesundheit und Entwicklung, Graz.
 
Information und Terminvereinbarung für Vorgespräche/Anmeldung (ab sofort möglich): Tel. (0316) 89 00 35
 
Zeit: Beginn einer neuen Gruppe jeweils zu Jahresanfang, in vierzehntägigem Rhythmus, d.h. zweimal pro Monat eine Doppelstunde: Mittwoch 18.00-19.30; Sommerpause
 
Ort: Gesellschaft zur Förderung seelischer Gesundheit / Geronto Psychiatrisches Zentrum Graz, Plüddemanngasse 33, 8010 Graz